Unternehmen mit eigener Buchhaltung und "Festschreibung"

von Dipl. Betr. Steuerberater Roger Erdbrügger
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Die GoBD (Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung) sind natürlich bereits seit langem bekannt. Der BMF hat aber in seinem Schreiben vom 14.11.2014 nochmals grundlegende Hinweise gegeben, die auch möglichst umgesetzt werden sollten. Nur eine nach den GoBD erstellte Buchhaltung ist für Zwecke der Besteuerung anzuerkennen, ansonsten drohen Hinzuschätzungen und Strafen.

Neben der Vollständigkeit, Richtigkeit, zeitnahen Erfassung, Ordnung tritt nunmehr zudem die "Unveränderbarkeit" in den Fokus. Das bedeutet, dass die Buchungen und Aufzeichnungen nicht verändert werden dürfen, sodass der ursprüngliche Inhalt nicht mehr feststellbar ist (Festschreibung).

Emfpehlung:

Insbesondere bei der EDV-Buchführung war es bislang üblich, die Buchungssätze nicht festzuschreiben, da man dann jederzeit noch Änderungen vornehmen konnte. Diese Vorgehensweise sollte zukünftig nicht mehr vorgenommen werden. Man sollte spätestens einmal im Monat die Buchungen festschreiben. Korrekturen können dann immer noch über eine Generalumkehrbuchung vorgenommen werden.

Achtung:

Dem Betriebsprüfer bleibt das Festschreiben nicht verborgen. Da die FIBU mittlerweile elektronisch dem Prüfer zur Verfügung gestellt werden muss, wird ihm auch mitgeteilt, "wann" die FIBU festgeschrieben wurde. Keine zeitnahe Festschreibung kann daher ein weiterer Grund für den Prüfer sein, die Fibu zu verwerfen und Sicherheitszuschläge vorzunehmen.

Hinweis:

Alle Anwender, die mit der DATEV-Software arbeiten, können zukünftig eine USt-Voranmeldung nur noch nach vorherigen Festschreiben erstellen. Damit kann man das auch nicht mehr so leicht vergessen.

VES Voigt & Erdbrügger Steuerberatung Bünde/Osnabrück
Dipl. Betr. Steuerberater Roger Erdbrügger