Ist ein „Postfach“ eine ordentliche Anschrift im Sinne des UStG?

von Dipl. Betr. Steuerberater Roger Erdbrügger
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Klingt für den Praktiker komisch; ist es auch! Derzeit besteht erhebliche Unsicherheit, ob in Bezug auf den Vorsteuerabzug auch ein „Briefkastensitz“ als vollständige Anschrift des Unternehmers anerkannt wird. Finanzverwaltung sagt (noch) „JA“; der Bundesfinanzhof hingegen „NEIN“, hat aber in einem weiteren noch offenen Verfahren nochmals die Gelegenheit darüber nachzudenken. Für den Unternehmer ist das natürlich mehr als ärgerlich, da dann zukünftig Postfachanschriften nicht mehr anerkannt werden und entsprechend Rechnungsberichtigungen vorgenommen werden müssen.

Hinweis:
Es steht zu befürchten, dass die Finanzverwaltung spätestens nach dem weiteren BFH-Urteil die eigenen Rechtsauffassung nochmals überdenkt. Bis dahin dürfte allerdings nach § 176 Abs. 1 Nr. 3 AO Vertrauensschutz bestehen; insofern sollte man sich hier zunächst auf die unternehmerfreundlicheren USt-Richtlinien der Finanzverwaltung berufen und die Reaktionen abwarten.

VES Voigt & Erdbrügger Steuerberatung Bünde/Osnabrück
Dipl. Betr. Steuerberater Roger Erdbrügger