Baukindergeld kann ab 18.09.2018 beantragt werden!

von Dipl. Betr. Steuerberater Roger Erdbrügger
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VES Steuerberatung

Das neue Baukindergeld kann für den erstmaligen Neubau oder Erwerb von Wohneigentum (Eigentumswohnung wie Haus) zur Selbstnutzung in Deutschland für Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem im Haushalt lebenden Kind unter 18 Jahren beantragt werden.

Der Zuschuss in Höhe von 1.200 Euro je Kind und pro Jahr wird über 10 Jahre ausgezahlt. Eine Familie mit einem Kind erhält somit einen Zuschuss über 10 Jahre von insgesamt 12.000 Euro, bei 2 Kindern 24.000 Euro. Jedes weitere Kind erhöht den Zuschuss um 12.000 Euro.

Voraussetzungen:

1.) Einkommensgrenze von 75.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen pro Jahr und zusätzlich 15.000 Euro pro Kind muss eingehalten werden (bei einem Kind darf das Einkommen 90.000 Euro nicht überschreiten). Haushaltseinkommen ist definiert als Durchschnittseinkommen des vorletzten und vorvorletzten Jahres vor der Antragstellung (Für Anträge in 2018 also die zvE der Jahre 2016+2015).

2.) Das Kind muss unter 18 Jahre sein und sie erhalten Kindergeld für dieses Kind. Man erhält nur Baukindergeld für Kinder, die bereits am Tag der Antragstellung geboren sind, für zukünftige Kinder gibt es kein Geld. Anzahl der Kinder ist nicht begrenzt.

3.) Die Immobilie ist im Zeitpunkt des Kaufes oder der Stellung des Bauantrages die einzige Wohnimmobilie. Die Immobilie muss zu mindestens 50 % im Besitz sein, insofern ist auch eine Immobilie, die zusammen mit den Eltern bewohnt wird, förderfähig.

4.) Bauvorhaben sind förderfähig, wenn die Baugenehmigung in dem Zeitraum 01.01.2018 bis 31.12.2020 erteilt wurde, insofern ist die Beantragung für 2018 auch rückwirkend möglich.

5.) Förderfähig sind nach dem jeweiligen Landesbaurecht anzeigepflichtige Vorhaben, wenn die zuständige Gemeinde nach Maßgabe der jeweiligen Landesbauordnung (LBauO) durch die Bauanzeige Kenntnis erlangt hat und mit der Ausführung des Vorhabens zwischen dem 01.01.2018 und dem 31.12.2020 begonnen werden durfte.

6.) Beim Erwerb von Neu- oder Bestandsbauten muss der notarielle Kaufvertrag zwischen dem 01.01.2018 und dem 31.12.2020 unterzeichnet worden sein. Förderung ist nicht möglich, wenn das Objekt unentgeltlich durch Schenkung oder Erbe übernommen wurde. Wird das Grundstück geschenkt und dann eine Immobilie gebaut ist die Immobilie förderfähig.

7.) Sollte man zuvor schon mal die Eigenheimzulage beantragt haben, kann nochmals Baukindergeld beantragt werden, wenn die geförderte Immobilie inzwischen verkauft wurde. Wie geht die Beantragung? Anträge können ab dem 18.09.2018 ausschließlich online auf der Homepage der KfW gestellt werden. Dort ist auch ein Merkblatt einsehbar. (Link: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/Förderprodukte/Baukindergeld-(424)/). Der Antrag ist innerhalb von drei Monaten nach dem Einzug in die Immobilie zu stellen (Achtung: Andere Anträge bei der Kfw sind vor dem bauen, kaufen oder sanieren zu stellen). Für die Beantragung benötigt man die Einkommensteuerbescheide, die Meldebestätigung der Stadt/Gemeinde (damit ersichtlich ist, dass die Wohnung die Hauptwohnung für Antragsteller, Partner und Kinder ist) und den Grundbuchauszug.

Sollte man aus dem Eigenheim ausziehen oder es nachträglich vermieten, besteht eine Meldeverpflichtung, so dass der Zuschuss dann entfällt.

VES Voigt & Erdbrügger Steuerberater Bünde/Osnabrück
Dipl. Betr. Steuerberater Roger Erdbrügger

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